Von  Highway Feb 01, 2019

Worauf die Cannabiswelt bereits im vergangenen Dezember gehofft hatte, tritt nun mit Verspätung doch noch ein: die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt den Mitgliedsländern der Vereinten Nationen eine Herabstufung von Cannabis und Cannabisprodukten von der höchsten Stufe IV (restriktivste Kategorie, gefährliche Substanzen mit geringem medizinischen Wert) auf Stufe I (Missbrauchsgefahr ist zwar gegeben, aber auch hohes medizinisches Potenzial).

Zur Einordnung des Geschehens: es geht hier um lange überfällige Änderungen an der berühmten Konvention von 1961 („Single Convention of Narcotic Drugs“), auf die sich Prohibitionsbefürworter aus der Politik immer wieder gerne berufen, um das Cannabisverbot zu rechtfertigen. Die Empfehlung der Neueinstufung war bereits Ende 2018 erwartet worden, aber aus obskuren Gründen auf 2019 verlegt worden. Da den Mitgliedstaaten nach Verkündung der Empfehlung allerdings noch Zeit eingeräumt werden muss, Kritik zu üben und zu debattieren, kann die Neueinstufung de facto wohl erst 2020 in Kraft treten. Außerdem hat die WHO noch eine weitere gute Nachricht für Cannabisunternehmer in petto: CBD-Produkte sollen zukünftig als komplett unbedenklich eingestuft werden. In einem Dokument, dass dem Branchenmagazinen „mjbizdaily.com“ vorliegt, heißt es: „Reines CBD und Produkte daraus mit weniger als 0,2 % THC-Gehalt werden in keiner Weise in die Drogenkonventionen aufgenommen“. Als Grund wird genannt, dass bei CBD keine Gefahr der Abhängigkeit besteht und es kein Missbrauchspotenzial gibt.

Auch wenn es also insgesamt noch verfrüht scheint, vom Ende des Cannabisverbots auf internationaler Ebene zu schwadronieren, so würde es eine Herabstufung geneigten Ländern zumindest erleichtern, Cannabis als Medizin zu nutzen. Und wie wir alle wissen: ist die Tür zum Arzneimittel erst einmal aufgestoßen, verbessern sich auch die Chancen auf eine vollständige Freigabe enorm.

Quelle: highway-magazin.de

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